Moscheebau
Moscheen in Deutschland - Religiöse Heimat und gesellschaftliche Herausforderung
Ob in Köln, Berlin oder Frankfurt – erhitzte Debatten über den Bau neuer Moscheen haben in den letzten Jahren die deutsche Öffentlichkeit stark beschäftigt. Dass es auch zahlreiche Beispiele für den unaufgeregten Umgang mit dem Bau islamischer Gotteshäuser gibt, wird dabei leicht übersehen. Scheinbar gleichartige Vorgänge können also ganz unterschiedliche Ergebnisse hervorrufen. Wie sind derart unterschiedliche Verfahrensabläufe zu erklären? Liegen die Gründe in nicht ausreichend professioneller Vorbereitung, an Kommunikationsdefiziten der islamischen Gemeinden oder geht es nicht auch um soziale Probleme, Ängste vor Überfremdung und tiefgreifenden Veränderungen in unserer Gesellschaft?
Schon im Jahre 2002 beauftragte die Herbert Quandt-Stiftung den Gießener Politologe Professor Dr. Claus Leggewie zusammen mit den Sozialwissenschaftlern Dr. Angela Joost und Stefan Rech, Moscheebauvorhaben im Rhein-Main-Gebiet zu analysieren. Dabei legten sie Ursachen für Konflikte offen und zeigten auf, wie diese rechtzeitig erkannt, vermieden und konstruktiv bearbeitet werden können. Das Buch erschien unter dem Titel „Der Weg zur Moschee – eine Handreichung für die Praxis“.
Da sich dieses Präventions- und Mediationsmodell im Kern bereits bei einigen Moscheebaukonflikten bewährt, der politische Diskurs sich jedoch in den letzten sieben Jahren verändert hat, hat die Herbert Quandt-Stiftung eine Neufassung in Auftrag gegeben. Autoren sind erneut Professor Claus Leggewie, jetzt Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts NRW in Essen, Professor Dr. Bärbel Beinhauer-Köhler, Islam- und Religionswissenschaftlerin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt sowie der muslimische Architekt Alen Jasarevic aus Augsburg. Das Buch mit dem Titel "Moscheen in Deutschland. Religiöse Heimat und gesellschaftliche Herausforderung" erschien im März 2009 in der „Beck’schen Reihe“.
© Foto Islamisches Zentrum Penzberg: Angelika Bardehle





