Trialog-Journalistenprogramm

Trialog-Journalistenstipendium

Aktuelles

Das Stipendienprogramm für Nachwuchsjournalisten aus Deutschland, Israel und Palästina wird ab 2016 nicht weiter fortgeführt. Im Rahmen einer grundlegenden Transformation werden sich sowohl die Arbeitsweise als auch die Zielsetzung der Herbert Quandt-Stiftung verändern. Bewerbungen sind deshalb leider nicht mehr möglich.

Entstehungsgeschichte

Im Rahmen des im Jahr 1996 ins Leben gerufenen „Trialog der Kulturen“ der Herbert Quandt-Stiftung wurde 2002 das „Trialog der Kulturen“-Journalistenprogramm etabliert. Jungen Journalisten sollte die Möglichkeit gegeben werden, ihren Beruf in einer Medienwelt unter völlig anderen Vorzeichen mit Blick auf die politische Situation, die Pressefreiheit, den redaktionellen Alltag sowie die Interpretation von Qualitätsjournalismus zu erleben. Aufgeteilt war das Stipendium in zwei Phasen: das Erlernen der jeweils anderen Sprache mit Einblick in die politische und kulturelle Lage des Landes und das anschließende Praktikum in einem Medienunternehmen vor Ort. So sollten die Stipendiaten innerhalb von sechs Monaten Zeit haben, ihre Rolle als Journalisten neu wahrzunehmen, bereits vorhandenes Wissen einzubringen, aber auch den eigenen Horizont zu erweitern, den Blick auf „das Andere“ zu schärfen und neue journalistische Handwerkszeuge zu erlernen.

Zunächst als Austausch zwischen Deutschland und Israel gedacht, vergrößerte sich ab 2008 der Bewerberkreis um die palästinensischen Gebiete mit dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland, was unter anderem dank der finanziellen Unterstützung des Auswärtigen Amtes im Rahmen der Initiative „Zukunft für Palästina“ ermöglicht wurde. So konnte den Teilnehmenden aus Israeli und Palästina die Möglichkeit gegeben werden, sich auf neutralem Boden zu begegnen, einander kennenzulernen, auszutauschen, Gemeinsames zu erleben und zu streiten.

Wirkungen

Für viele Stipendiaten aus Israel und Palästina war die Teilnahme am Programm tatsächlich das erste Mal, dass sie sich ohne Uniform und Waffen gegenüber standen und fernab des heimischen Konflikts eine neue Perspektive im Dialog finden konnten. Dank des immer größer werdenden Netzwerkes in Israel und Palästina konnten zugleich deutschen Stipendiaten immer mehr Informationen zu unterschiedlichen Themen vermittelt werden, die journalistisch genutzt wurden, aber auch halfen, Einblicke über das in Deutschland bereits bekannte Bild hinaus zu erhalten.

Mit dem größer werdenden Kreis ehemaliger Stipendiaten entwickelte sich im Laufe der Jahre eine intensive Alumniarbeit mit jährlichen Treffen in Deutschland, Israel und dem Westjordanland, außerdem wurden Gruppen in den Social Media eingerichtet. Über die Jahre entstand ein lebhaftes Miteinander unter den Alumni aller drei Regionen, sowohl auf privater, als auch auf beruflicher Ebene. Daraus resultierend entwickelten sich zahlreiche gemeinsame journalistische Projekte, Unterstützung bei Recherchearbeiten, Vermittlung von Gesprächspartnern und Freundschaften über die Grenzen hinweg.

Das Stipendium hat eine ganze Reihe von deutschen Stipendiaten bewogen, als Auslandskorrespondenten – z.B. für dpa, spiegel-online oder RTL – in Israel und Palästina zu bleiben bzw. dorthin zurückzukehren. Einige Stipendiaten aus Nahost entschieden sich, ihr Studium in Deutschland fortzusetzen, andere kamen wieder, um hier als Journalisten zu arbeiten.

Fazit

In 13 Jahren haben nun 100 Stipendiaten ein sehr lebhaftes Netzwerk aufgebaut. Sie haben ein nachhaltiges Interesse an Land und Leuten entwickelt und bei vielen Teilnehmern haben sich neue journalistische Perspektiven herausgebildet. Das Ziel des Programms, den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu schärfen, ist geglückt. Gemeinsame Erfahrungen, Themen, Hoffnungen und Träume wurden entdeckt, aber auch Gegensätze und unüberwindbare Hürden erkannt und offen diskutiert.

Manchmal auch nur begrenzt auf ein halbes Jahr entstanden berufliche Kontakte und persönliche Freundschaften, wie sie in der Heimat nicht möglich gewesen wären. Auch wenn diese nicht immer weiter mit Leben gefüllt werden können, so besteht doch die Hoffnung, dass die Erfahrungen niemals vergessen werden. Aussagen wie „Es war die beste Zeit meines Lebens“ oder „Thank you, you changed my life!“ fassen den Wert dieser Zeit eindrücklich zusammen.

Der Anspruch des „Trialogs der Kulturen“, den Weg für ein interkulturelles Miteinander zu bahnen, wurde oft übertroffen und selten enttäuscht. Die Herbert Quandt-Stiftung dankt allen Stipendiaten für ihren persönlichen Beitrag und hofft, dass die Kontakte weiterbestehen und weiter Früchte tragen.

Videos

Trialog der Kulturen-Stipendienprogramm Deutsche Nachwuchsjournalisten in Israel

Trialog der Kulturen-Stipendienprogramm

Deutsche Nachwuchsjournalisten in Israel

Pressemeldungen

Gemeinsam Grenzen überwinden 12. Mai 2015, 50 Jahre Deutsch-Israelische Beziehungen

Gemeinsam Grenzen überwinden

Gemeinsam leben, gemeinsam lernen – Junge Journalisten aus Israel und Palästina in Deutschland 25. Juli 2014, Trialog-Stipendien

Gemeinsam leben, gemeinsam lernen – Junge Journalisten aus Israel und Palästina in Deutschland

Warum sprechen Sie kein Deutsch? 30. September 2014, Trialog-Stipendiaten erstellen Blog

Warum sprechen Sie kein Deutsch?

Pressestimmen

 
14. April 2015, TAZ (Stipendiatenbeitrag)

„Alle Formen des Todes erlebt"

 
18. März 2015, Zeit online (Stipendiatenbeitrag)

Mit Netanjahu ist kein Staat zu machen