Trialog der Kulturen-Schulenwettbewerb
Trialog der Kulturen-Schulenwettbewerb zu europäischer Identität und kulturellem Pluralismus
Interkulturelle Kompetenzen stärken - Wissen über die Lebenswelten von Judentum, Christentum und Islam vertiefen
Das religiös und kulturell vielfältige Miteinander in Deutschland und Europa bietet Chancen, kann aber auch Ursache für Konflikte mit interkulturellem Hintergrund sein. Diese Konflikte offenbaren eine wechselseitige Verunsicherung über Denkweisen andersgläubiger Mitbürger. Der Zusammenhalt der Gesellschaften Europas gelingt aber nur durch gegenseitiges Verständnis füreinander. Dabei spielt das Verständigungspotenzial der drei Kulturen Judentum, Christentum und Islam, die in ihrer Vielfalt das gemeinsame kulturgeschichtliche Erbe Europas und damit auch die „europäische“ Identität prägen, eine ebenso wichtige Rolle, wie die Fähigkeit des Einzelnen, mit religiösen und kulturellen „Unterschieden“ umzugehen. Da der Aufbau dieser interkulturellen Kompetenz pädagogisch möglichst früh ansetzen sollte, richtet die Herbert Quandt-Stiftung einen Teil ihrer Arbeit im Themenfeld "Trialog der Kulturen" auf die Schulen aus.
So untersuchte die Stiftung von 1999 bis 2003 gemeinsam mit der theologischen Fakultät der Universität Birmingham Lehrpläne und Schulalltag in acht europäischen Ländern bezüglich der Wissensvermittlung über die drei Kulturtraditionen Judentum, Christentum und Islam. Unter Berücksichtigung aller regionalen und schultypbezogenen Unterschiede entdeckte sie dabei insgesamt ein hohes Ausmaß an Unkenntnis und Vorurteilen, aber auch hoffnungsvolle Fälle vorbildlicher Praxis. Die Stiftung bündelte diese Erkenntnisse gepaart mit Empfehlungen zur Behebung der Wissensdefizite in ihrer Studie "Europäische Identität und kultureller Pluralismus – Judentum, Christentum, Islam in europäischen Lehrplänen".
Um die Empfehlungen praxisorientiert umzusetzen, hat die Herbert Quandt-Stiftung erstmals im Januar 2005 den Schulenwettbewerb „Schulen im Trialog - Europäische Identität und kultureller Pluralismus“ ausgeschrieben. So lädt die Stiftung seitdem jedes Schuljahr Lehrer und Schüler aller Schultypen ein, sowohl eigenständige und kreative Beiträge zur Wissensvermittlung über die drei Kulturen zu entwickeln als auch Wege zu einer vertieften Reflexion über das Verhältnis von Religion und Staat zu finden.
Als Anschubfinanzierung für die geplanten Projekte stellt die Herbert Quandt-Stiftung jeder in den Wettbewerb aufgenommenen Schule 3 500 Euro zur Verfügung. Die besten Projekte werden von einer Jury aus namhaften Bildungsexperten ausgewählt und am Ende eines jeden Wettbewerbs mit Förderpreisen von insgesamt 60 000 Euro ausgezeichnet. Entscheidend für die Bewertung der einzelnen Beiträge ist, dass sie Modellcharakter haben und Impulse für zukünftige Initiativen aufweisen sowie für eine trialogische Nachhaltigkeit im Schulalltag stehen.
» Weiterführende Informationen zum Wettbewerb, Porträts von Teilnehmerschulen sowie Projektbeispiele finden Sie in der Publikation "Trialogisch lernen. Bausteine für interkulturelle und interreligiöse Projektarbeit"






