Finale 2008/09 

Trialog der Kulturen-Schulenwettbewerb

Interkulturelle Kompetenzen stärken - Wissen über die Lebenswelten von Judentum, Christentum und Islam vertiefen

Das religiös und kulturell vielfältige Miteinander in Deutschland und Europa bietet Chancen, kann aber auch Ursache für Konflikte mit interkulturellem Hintergrund sein. Diese Konflikte offenbaren eine wechselseitige Verunsicherung über Denkweisen andersgläubiger Mitbürger. Der Logo Bundesministerium für Bildung und ForschungZusammenhalt der Gesellschaften Europas gelingt aber nur durch gegenseitiges Verständnis füreinander. Dabei spielt das Verständigungspotenzial der drei Kulturen Judentum, Christentum und Islam, die in ihrer Vielfalt das gemeinsame kulturgeschichtliche Erbe Europas und damit auch die europäische Identität prägen, eine ebenso wichtige Rolle, wie die Fähigkeit des Einzelnen, mit religiösen und kulturellen Unterschieden umzugehen. Da der Aufbau dieser interkulturellen Kompetenz pädagogisch möglichst früh ansetzen sollte, richtete die Herbert Quandt-Stiftung einen Teil ihrer Arbeit im Themenfeld "Trialog der Kulturen" auf die Schulen aus.

Birmingham-Studie

So untersuchte die Stiftung von 1999 bis 2003 gemeinsam mit der theologischen Fakultät der Universität Birmingham Lehrpläne und Schulalltag in acht europäischen Ländern bezüglich der Wissensvermittlung über die drei Kulturtraditionen Judentum, Christentum und Islam. Unter Berücksichtigung aller regionalen und schultypbezogenen Unterschiede entdeckte sie dabei insgesamt ein hohes Ausmaß an Unkenntnis und Vorurteilen, aber auch hoffnungsvolle Fälle vorbildlicher Praxis. Die Stiftung bündelte diese Erkenntnisse gepaart mit Empfehlungen zur Behebung der Wissensdefizite in ihrer Studie "Europäische Identität und kultureller Pluralismus – Judentum, Christentum, Islam in europäischen Lehrplänen".

Der Wettbewerb 

Um die Empfehlungen praxisorientiert umzusetzen, schrieb die Herbert Quandt-Stiftung zwischen 2005 und 2015 insgesamt zehn Runden des Schulenwettbewerbs zum "Trialog der Kulturen" aus. Jedes Schuljahr lud die Stiftung Lehrer und Schüler aller Schultypen und Jahrgänge ab Stufe fünf ein, eigenständige und kreative Beiträge zur Wissensvermittlung über die drei Kulturen zu entwickeln und Wege zu einer vertieften Reflexion über das Verhältnis von Religion und Staat zu finden.

Start- und Preisgelder

Als Anschubfinanzierung für die geplanten Projekte stellte die Herbert Quandt-Stiftung jeder in den Wettbewerb aufgenommenen Schule 3.500 Euro zur Verfügung. Die besten Projekte wurden von einer Jury aus namhaften Bildungsexperten ausgewählt und am Ende eines jeden Wettbewerbs mit Förderpreisen von insgesamt 60.000 Euro ausgezeichnet. Entscheidend für die Bewertung der einzelnen Beiträge war, dass sie Modellcharakter hatten, Impulse für zukünftige Initiativen aufwiesen und für eine trialogische Nachhaltigkeit im Schulalltag standen.

Projekte und Preisträger

Eine Übersicht über die Schulprojekte finden Sie unter den einzelnen Wettbewerbsrunden. Eine Liste der ausgezeichneten Projekte finden Sie in der Rubrik Preisträger.

Publikationen

Weiterführende Informationen zum Wettbewerb, Porträts von Teilnehmerschulen sowie Projektbeispiele finden Sie in der Publikation Trialogisch lernen. Bausteine für interkulturelle und interreligiöse Projektarbeit.

Mit dem Pilotheft aus der Praxisreihe Lernen im Trialog "Gotteshäuser: Entdecken - Deuten - Gestalten" von Professor Sajak ist ein nützliches Handbuch für Lehrkräfte entstanden, die sich mit ihren Schülern auf eine trialogische Entdeckungsreise durch die Gotteshäuser der abrahamitischen Religionen begeben möchten. Das zweite Heft der Reihe geht Festen und Feiertagen in Judentum, Christentum und Islam auf den Grund. Jüngere Schüler können erlebnisorientiert die Bedeutung von Jom Kippur, Ostern und Opferfest entdecken, Oberstufenschüler Speisevorschriften kennenlernen oder bioethische Fragestellungen diskutieren. Das dritte Heft "Heilige Schriften. Texte-Themen-Traditionen" führt in Inhalt und Aufbau der Heiligen Schriften ein. Zugleich gibt das Buch anhand ausgewählter Praxisbeispiele Hinweise, wie die religiösen Texte mit Schülern didaktisch erschlossen werden können. Das vierte Heft "Schöpfung. Wissen-Kompetenzen-Haltungen" beschließt die Reihe. Es gibt Anregungen, im Unterricht aktuelle Fragen von Nachhaltigkeit, Tier- und Umweltschutz auf Basis der abrahamitischen Religionen zu erarbeiten.

Eine praxisorientierte Umsetzung interkultureller und interreligiöser Bildungsstandards finden Sie im Papier Standards für das trialogische Lernen. Interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen in der Schule fördern.

Kooperationspartner:

 Logo Hessisches Kultusministerium       Logo: Ministerium für Bildung Saarland    

Logo Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz       Behöred für Schule und Berufsbildung Hamburg     

 Logo: Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit Bremen

Videos

Trialog der Kulturen Der Schulenwettbewerb

Trialog der Kulturen

Der Schulenwettbewerb

Trialog der Kulturen Die Preisverleihung 2013/14

Trialog der Kulturen

Die Preisverleihung 2013/14

Pressemeldungen

Von Hamburg bis zum Bodensee 28. April 2016, Trialog-Schullandkarte

Von Hamburg bis zum Bodensee

Die Preisträger des Schuljahres 2014/15 8. Oktober 2015, Trialog der Kulturen

Die Preisträger des Schuljahres 2014/15

Preisträger 2014/15 nominiert 28. Juli 2015, Trialog-Schulenwettbewerb

Preisträger 2014/15 nominiert

Pressestimmen

 
4. Juli 2015, Gießener Anzeiger

Wenn Theaterbesuch in Erstaufnahmeeinrichtung endet

 
1. Juli 2015, Gießener Anzeiger

Integrationsmärchen mit grünem Bären