13. Februar 2012
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Abschlusspräsentation im 2. Ideenwettbewerb für Bürgerstiftungen
Vor dem Juryentscheid stellen zehn Bürgerstiftungen Ergebnisse ihrer Projekte zum Thema „Brücken bauen zwischen sozialen Milieus" in Berlin vor
Mit Spannung waren sie nach Berlin gereist. Für die Vertreter der bundesweit zehn Bürgerstiftungen, die am 2. Ideenwettbewerb der Herbert Quandt-Stiftung und der Initiative Bürgerstiftungen teilnehmen, ging es am Wochenende um die Plätze auf dem Treppchen. Denn zum Abschluss der Wettbewerbsrunde präsentierten sie sich in Berlin der Jury. Diese hatte im Anschluss über die besten drei Projekte und insgesamt 30.000 Euro Preisgeld zu entscheiden. Die Teilnehmer legten sich also ins Zeug und zeigten an ihren aufwendig dekorierten Ständen und in ihren Präsentationen, was sie im vergangenen halben Jahr alles geleistet haben.
Seit Sommer 2011 arbeiten die Bürgerstiftungen Barnim-Uckermark, Braunschweig, Breuberg, Halle, Lilienthal, Pfalz, Schaumburg, Weimar, Wiesloch sowie die Stiftung Bürger für Leipzig an Projekten zum Jahresthema „Brücken bauen zwischen sozialen Milieus". Sie sollten neue Wege finden, den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort zu stärken. Herausgekommen sind innovative Ansätze für Schüler wie für Senioren, zu Integrationsfragen wie zu ehrenamtlichem Engagement, zur Arbeitsvermittlung wie zur Stärkung des Austauschs zwischen Stadtteilen.
Bürgerstiftung Barnim Uckermark
Mit dem Projekt „Kohle für Coole" möchte die Bürgerstiftung Barnim Uckermark aus Eberswalde gesellschaftliches Engagement von Kindern und Jugendlichen fördern. Die erste Phase ist erfolgreich abgeschlossen, wie Helga Thomé, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung, zu berichten weiß. Über 120 Schülerinnen und Schüler aus zehn Schulen, von der Förderschule bis zum Gymnasium, haben im November an einem Social Day teilgenommen. Einen Tag lang arbeiteten sie ehrenamtlich in lokalen Betrieben oder Privathaushalten. Insgesamt 60 Unternehmen hatten sich beteiligt und für das Engagement der Schüler insgesamt 2200 Euro gespendet. Die Hälfte des Geldes erhielten die Schulen, die andere Hälfte fließt, um weitere Spendengelder auf 1800 Euro erhöht, in einen Fonds. Aus diesem will die Stiftung nun einen Wettbewerb für Kinder- und Jugendprojekte organisieren. „Der Wettbewerb ist Teil Zwei unseres Projekts ‚Kohle für Coole'", erläutert Thomé dem Berliner Publikum anhand eines Schaubilds. Der Clou: In der Jury sitzen Kinder und Jugendliche. Eine erste Jurysitzung hat Ende Januar schon stattgefunden. Hier haben sich die Jugendlichen auf zwei Themen geeinigt: „Bewegungsfreiheit: Kunst, Bewegung, Spaß für alle" sowie „Aktiv gegen Mobbing, Gewalt und Rechtsradikalismus". Bis Mai können sich nun Kinder und Jugendorganisationen aus den nördlichen Teilen Brandenburgs bewerben. Im Juni sollen dann die Preise vergeben werden.
Bürgerstiftung Braunschweig
„Jung und engagiert" hat die Bürgerstiftung Braunschweig ihren Beitrag zum Ideenwettbewerb überschrieben. Ziel war es, Menschen im Alter von 16-22 Jahren für ehrenamtliches Engagement zu begeistern. „Wir konnten acht Studenten in dualer Ausbildung für ehrenamtliche Projekttage in einer Grundschule und einem Kindergarten gewinnen", erklärt Susanne Hauswaldt, Projektkoordinatorin der Bürgerstiftung. Beim „Bewegungs-Spiele-Tag" in der Grundschule entwickelten die Studenten gemeinsam mit den Schülern Spiele für Pausen und Freistunden. Die kreative Herausforderung war, Spielideen zu erfinden, die mit möglichst wenig Aufwand und den vorhandenen Materialien realisierbar waren. Da es ihr erster Einsatz in einer Schule war, erhielten die Studenten Unterstützung von einem Sozialarbeiter vor Ort.
Auch bei dem Kindergartenprojekt ging es um Kreativität. Unter der Überschrift „Ein Tag mit Buch tut gut" lasen die Studenten Kindern vor, bei denen die Beschäftigung mit Büchern häufig zu kurz kommt. Sei es, weil es in den Familien nicht genügend gepflegt wird, sei es, weil es der Kindergartenalltag manchmal nicht zulässt. Auch ein Ausflug in die nahegelegene Stadtteilbücherei stand auf dem Programm.
Dass beide Projekte erfolgreich waren, zeigen die Bilder von lachenden oder gebannt lauschenden Kindern, die den Stand der Bürgerstiftung Braunschweig schmücken. Aber auch den Studenten hat die Erfahrung viel gebracht: „Wir konnten mit einfachen Mitteln die Kinder glücklich machen, sagt eine nach Berlin mitgereiste Studentin. „Die Arbeit mit den Kindern war eine super Erfahrung", ergänzt ihr Kommilitone, von dessen T-Shirt der Slogan „Jung und engagiert" prangt.
Bürgerstiftung Breuberg
„Wie fühlt es sich an, alt zu sein" Diese Frage steht über einer Fotocollage, die Jugendliche am Stand der Bürgerstiftung Breuberg präsentieren. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe acht der Georg-Ackermann-Schule sind Teilnehmer des Projekts „Da-Sein", mit dem die Bürgerstiftung die jungen Menschen für die Belange älterer Generationen sensibilisieren will. Dass dieses Ziel erreicht ist, konnten die Schüler nach zahlreichen Besuchen in verschiedenen Senioreneinrichtungen bestätigen: „Die Gespräche mit den Älteren haben uns gezeigt, was in sechzig Jahren alles passieren kann. Das hätten wir nie gedacht." Zwar, so die Schüler, hätte es am Anfang ein wenig gedauert, bis genügend Jugendliche Feuer für das Thema gefangen hätten. Jetzt aber wolle sogar die Hälfte der Teilnehmer nach Abschluss des Projekts weitermachen. Bürgerstiftung und Schule war neben der persönlichen Begegnung zwischen Alt und Jung auch die gute fachliche Vorbereitung der Schüler wichtig. Das Generationenthema sei deshalb Unterrichtsgegenstand im Fach „Arbeitslehre" gewesen, berichtet Hella Hofmann. Die Lehrerin an der Georg-Ackermann-Schule will auch im kommenden Jahr mit den neuen achten Klassen weitermachen. „Langfristig soll das Thema sogar ins Schulprofil aufgenommen werden."
Bürgerstiftung Halle
Das Team der Bürgerstiftung Halle hat Fotocollagen mitgebracht. Die Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Ulrike Rühlmann und Kooperationspartnerin Josefine Cyranka vom Verein KinderKunstForum halten die großen Tafeln mit Bildern von Jugendlichen aus verschiedenen Stadtteilen hoch. So kann das Berliner Publikum sich einen guten Eindruck von der Vielseitigkeit des Projekts „6 x Neuland" verschaffen. Kinder zeigen anderen Kindern ihre Stadtviertel und bauen so Brücken zwischen sozialen Milieus, das ist die Idee des Projekts. Dabei haben sich sechs Gruppen aus verschiedenen Stadtteilen Halles zunächst ihre eigene Wohnumgebung angeeignet. Nachdem sie sich kundig gemacht und kleine Kunstwerke zu typische Szenen aus ihrem Viertel gefertigt hatten, haben sie ihren Kiez dann Kindern aus anderen Gegenden vorgestellt.
Auf einer Tafel mit der Überschrift „Gründerzeit" sind Kinder vor der reichhaltigen Fassadenwelt von Halles Altstadt zu sehen, vor griechischen Waldgeistern, Engeln und anderen Reliefs. Daneben ist der erstaunte Ausruf gedruckt: „Ist das hier auch Halle? Ich bin noch nie über den Markt gefahren. Da gibt es ja ganz hohe Kirchen." Dass manche Kinder noch nie in anderen Stadtteilen gewesen sind, konnten die Organisatoren zuerst kaum glauben. Doch das trifft nicht nur auf Kinder aus den peripheren Statteilen Halles zu. Auch die mit den Kirchen der Innenstadt vertrauten Kinder aus dem Zentrum haben in dem Projekt viel Neues entdeckt. Zum Beispiel den Skateplatz in der Neustadt, von dem sie vorher noch nie gehört hatten. Nun üben sie hier regelmäßig sportliche Kunststücke mit dem Skateboard oder BMX-Rad. Oder die Naturlandschaft der Saalaue hinter den Hochhäusern der Silberhöhe, in der sie vorher noch waren.
„Wir wollen Kinder aus ihren gewohnten Stadtvierteln und Milieus in andere locken, damit sie für sich „Neuland" gewinnen, beschreibt Rühlmann das Ziel des Projekts. Rund 120 Kinder hätten sich bislang beteiligt. Doch die Stiftung will bei den Erkundungen nicht stehenbleiben. Neben einer Ausstellung der Dokumentationstafeln möchte sie einen „Kinderstadtplan" anregen, der für Kinder interessante Wege durch Halle zeigt.
Stiftung Bürger für Leipzig
Kulinarisches hatte Angelika Kell von der Stiftung Bürger für Leipzig zu berichten. Unter dem Motto „Miteinander kochen, miteinander leben!" haben die Stiftung und der Flüchtlingsrat Leipzig sechs Kochkurse mit Menschen unterschiedlicher kultureller und sozialer Hintergründe in den Räumlichkeiten der Volkshochschule Leipzig veranstaltet. So wollen sie eine Brücke zwischen Flüchtlingen und Leipziger Bürgern bauen. „Wir leben nebeneinander, nicht miteinander", analysiert Kell die gesellschaftliche Situation. Deshalb sei es wichtig, einen Austausch auf der kulturellen Ebene zu schaffen. Beim gemeinsamen Kochen könne man sich auf Augenhöhe begegnen und auch Sprachbarrieren leicht überwinden. „Beim Kochen bringt sich jeder gleichermaßen ein", sagt Kell. „Alle sind Gebende und Nehmende zugleich." Für Interessierte hat die Stiftung einen Rezeptekalender zu dem Projekt gestaltet, den der Fotograf Mahmoud Dabdoub mit Bildern von Gewürzen und besonderen Zutaten illustriert hat.
Bürgerstiftung Lilienthal
Christa Kolster-Bechmann spricht von einem großen Erfolg. Viele Kinder würden mittlerweile sogar von ihren Eltern zur Hausaufgabenhilfe gebracht. Die Bürgerstiftung Lilienthal hat sich auf Bildung fokussiert. „Wir schaffen es gemeinsam" heißt das Projekt, mit dem sie am Ideenwettbewerb teilnimmt. Es soll vor allem sozial benachteiligte Kinder aus Zuwandererfamilien in ihren Bildungsanstrengungen unterstützen. Doch es geht nicht nur um Hausaufgaben. Auch eine Sommerakademie und eine Naturwerkstatt bietet die Bürgerstiftung an. Zwar weiß Kolster-Bechmann, dass Geduld und Zeit nötig sind, um Vertrauen zu den Kindern und ihren Familien aufzubauen. Erste Erfolge kann sie aber schon vorweisen. „Manches Kind, das die Schule vorher als Graus empfunden hat, freut sich jetzt auf sein Zeugnis", berichtet Kolster-Bechmann ein wenig stolz. Auch hätten es Kinder aus ihrem Programm geschafft, als erste aus ihren Familien nicht auf die Förderschule zu gehen. Dennoch sieht sich mit dem Projekt erst am Anfang. „Künftig wollen wir versuchen, die Eltern stärker einzubinden", beschreibt die Vorsitzende der Bürgerstiftung den nächsten Schritt. Dafür plant sie, Elterngesprächskreise ins Leben zu rufen.
Bürgerstiftung Pfalz
Brücken gleich in mehrere Richtungen hat die Bürgerstiftung Pfalz mit ihrem Projekt „Clever trifft smart" gebaut. Denn das ursprüngliche Anliegen, Schüler des Pamina-Gymnasiums und der St. Laurentius Förderschule in Herxheim über gemeinsames naturwissenschaftliches Arbeiten einander näherzubringen, wurde um ein Patenprojekt mit einer Schule in Madagaskar erweitert. Doch zunächst luden sich die beiden Herxheimer Schulen gegenseitig ein und stellten sich einander vor. Auch fertigten die Schüler kleine „Reiseführer" durch ihre Schulen an, die sie einander an die Hand gaben. „Der Besuch in der Förderschule verging wie im Flug", berichtet Gymnasiast Tristan dem Berliner Publikum. Für den Gegenbesuch der Förderschüler bastelten die Gymnasiasten Symbole, mit denen sie die Fächer und Unterrichtsinhalte am Gymnasium bildlich erläuterten. Beim gemeinsamen Basketballspielen intensivierten sie dann die persönlichen Kontakte. „Es gab immer weniger Unsicherheit und das Vertrauen nahm auf beiden Seiten immer mehr zu", resümiert Tristan.
Das Thema Madagaskar kam ins Spiel, als die Pamina-Schüler im Labor eines Ludwigshafener Chemieunternehmens Experimente zu Wasserreinigung und Wasseraufbereitung machen durften. Da in ihrer Partnerschule in Madagaskar Wasser gerade ein großes Thema war, ergriffen die Gymnasiasten die Gelegenheit, auch mit den Schülern von St. Laurentius über Wasser, Wasseraufbereitung und ihre Partnerschule im zweitgrößten Inselstaat der Welt zu sprechen. „So konnten wir gleich mehrere Brücken bauen."
Bürgerstiftung Schaumburg
„Wir wollen Langzeitarbeitslose und Arbeitgeber in der Region miteinander ins Gespräch bringen", erläutert Gebhard Hitzemann, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Schaumburg, die Idee des Projekts „Dialog bringt Beschäftigung". Dabei kooperiert die Bürgerstiftung unter anderem mit dem Job-Center und der Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit (S.I.G.A.). Bislang haben schon zwei Treffen stattgefunden, bei denen sich jeweils drei Unternehmer und knapp vierzig Arbeitsuchende über gegenseitige Erwartungen und Perspektiven austauschen konnten.
„Die Abende beginnen jeweils mit der Vorstellung der Unternehmen in großer Runde. Danach wird in kleineren Arbeitsgruppen weiterdiskutiert", erklärt Hitzemann das Konzept. Die dialogische Form und die direkte Begegnung an einem neutralen Ort sei ein großer Vorteil. „Persönliche Kontakte und Gespräche abseits der Bewerbungsroutinen nehmen Berührungsängste, senken Hemmschwellen und legen im Einzelfall eine tragfähige Basis für weiterführende Gespräche über eine spätere Arbeitsaufnahme." Erste Erfolge gebe es. Schon zahlreiche Visitenkarten seien getauscht worden. Auch für Nachhaltigkeit habe die Bürgerstiftung gesorgt. Die S.I.G.A. wolle das Projekt übernehmen und langfristig weiterführen.
Bürgerstiftung Weimar
Wie mag es sich wohl anfühlen, wenn man vor über dreißig Jahren eine Wohnung im Plattenbau von Weimar West ergattert hat, glücklich über den Komfort und die Nähe zu Freunden und Bekannten. Heute aber ist man älter geworden, die Kinder sind aus dem Haus, auch Freunde oder der Lebenspartner sind nicht mehr da. Die Situation, die Doris Elfert, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Weimar, und die Sozialarbeiterin Doris Kehr von der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Weimar dem Berliner Publikum schildern, betrifft viele Menschen. Doch, so berichten die beiden Verantwortlichen für das Projekt „Weimars gute Nachbarn", mit dem sie am Ideenwettbewerb teilnehmen, es gebe auch die andere Seite: Menschen, die jünger sind und Älteren gerne helfen wollen, aber nicht wissen, wie und wo. „Wir wollen Jung und Alt zusammenbringen, aber auch für entsprechende Qualifikationen sorgen und in Versicherungsfragen beraten", erläutert Elfert das Anliegen des Projekts. Erste Erfolge haben die Initiatoren schon vorzuweisen. Sechs ehrenamtliche Nachbarschaftshelfer konnten gewonnen werden, eine erste Fortbildung wurde durchgeführt. Auch Gespräche mit Senioren fanden statt. Die Grundlagen seien also geschaffen. Und vielleicht gelingt in Zukunft auch das große Ziel, das Projekt auf ganz Weimar auszuweiten.
Bürgerstiftung Wiesloch
Wenn es ein Tier gibt, das soziale Milieugrenzen zu überwinden hilft, dann ist es der Hund. Denn egal ob Fabrikdirektor oder Arbeiter: Hunde werden von Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft geschätzt. Davon ist Annegret Sonnenberg von der Bürgerstiftung Wiesloch überzeugt. Deshalb setzt die Stiftung in ihrem Projekt „Mein Freund – Dein Hund" ganz auf die vierbeinigen Sympathieträger. Menschen über das Thema Hunde zusammenbringen, die sonst nicht aufeinander zugehen würden, ist das Kernanliegen der Wieslocher. Das Projekt besteht aus vier Elementen, wie Sonnenberg dem Berliner Publikum erläutert. Zunächst haben Jugendliche aus verschiedenen Schulformen gemeinsam Hunde-Skulpturen gebastelt. „Hundekunststücke" nennt das die Bürgerstiftung. Ein lebensgroßes Exemplar ist am Berliner Stand der Stiftung zu bewundern. Wäre der Hund mit dem gutmütigen Blick und den neugierig aufgerichteten Ohren nicht mit blauer Farbe und Blumenschmuck verziert, könnte man ihn fast für echt halten.
„Bello und die Schüler" ist die zweite Komponente des Projekts überschrieben. Dabei trainieren Jugendliche einer Hauptschule mit erwachsenen Hundebesitzern unter Anleitung eines Hundetrainers den Umgang mit den Vierbeinern. Hierbei sei viel Vertrauen entstanden, sagt Sonnenberg. „Die Jugendlichen mussten nicht nur lernen, Verantwortung für den Hund zu übernehmen. Auch für die Erwachsenen war es neu, ihren Hund den Jugendlichen anzuvertrauen."
Unter der Überschrift „Bello im Seniorenheim" hat die Bürgerstiftung Besuche von Mensch und Hund bei älteren Menschen organisiert. Die Begegnungen seinen für alle Beteiligten eine wichtige Erfahrung gewesen, berichtet Sonnenberg. Für die Senioren habe die emotionale Kommunikation mit den Tieren eine positive Wirkung. „Auch der Hundehalter erfährt Neues und lernt die Senioren und ihre Lebensumstände kennen."
Als viertes Element ihres Projekts plant die Stiftung eine Hundebörse, bei der Hundebesitzer und Hundebegeisterte einander kennenlernen und das Ausführen von Hunden gemeinsam organisieren können. Als Kooperationspartner sind das Ehrenamtsbüro sowie Tierschutzverein und Tierheim im Gespräch.
Die Preisverleihung
Welche der Bürgerstiftungen unter den Preisträgern ist, wird noch nicht verraten. Die Spannung bleibt bis zum 22. März bestehen. Dann erst wird bekanntgegeben, wer von Bundespräsident Christian Wulff die drei Preise im Wert von insgesamt 30.000 Euro erhält. „Schon jetzt sind alle Teilnehmer Gewinner", sagt Dr. Roland Löffler, Leiter des Themenfeldes „Bürger und Gesellschaft" der Herbert Quandt-Stiftung. Nicht nur wegen des Startgeldes in Höhe von 5.000 Euro, das jede Stiftung zu Beginn des Wettbewerbs erhalten hat, sondern vor allem wegen der großartigen Projekte, die die Bürgerstiftungen entwickelt hätten. Prof. Burkhard Küstermann, Leiter der Initiative Bürgerstiftungen, war von der Vielfalt der vorgestellten Projekte ebenfalls begeistert. „Mit ihren innovativen Ideen gelingt es den Engagierten, vor Ort soziale Grenzen zu überwinden und Menschen zu verbinden."
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