"So kann das Zusammenleben gelingen!"

Trialog-Preisträger 2013/14

"So kann das Zusammenleben gelingen!"

Bad Homburg, 09. Oktober 2014. Interreligiöse Gärten, Schüleraustausche mit Palästina, Theaterstücke für mehr Toleranz - bei so vielen tollen Ideen hatte es die Jury nicht leicht, die Preisträger im "Trialog der Kulturen 2013/14" zu benennen. Wie der Wettbewerb ausgegangen ist und was die Schulen sich alles haben einfallen lassen, zeigen diese Bilder.

28 FotosBecker&Bredel, Cosima Hanebeck

  • Ganz nach dem Motto "Baue auf Dich, wachse am Fremden!" errichtete das Margaretha-Rothe-Gymnasium Hamburg eine trialogische Litfaßsäule auf dem Schulhof. An ihr gaben Hunderte von Schülern Einblicke in ihre Wurzeln und Zukunftswünsche.
  • Gemeinsam mit Austauschschülern aus Palästina inszenierten die Hamburger Andrew Lloyd Webbers Musical "Joseph". Die biblische Geschichte zog sich wie ein roter Faden durch das Projekt und wurde in verschiedenen Fächern aufgegriffen.
  • Mit "Originalität und Ideenreichtum" sicherte sich das Margaretha-Rothe-Gymnasium den ersten Platz in der Länderwertung Bremen/Hamburg. Die Jury lobte das "riesige Engagement" und das "professionelle Projektmanagement".
  • Die Schüler des Gymnasiums und der Stadtteilschule Finkenwerder aus Hamburg setzten sich das Motto "Monolog-Dialog-Trialog". Anlass zum Gespräch mit Vertretern der Religionen bot ihnen die Ringparabel aus Lessings "Nathan der Weise".
  • Zudem stellten die Finkenwerder Schüler eine trialogische Bibliothek zusammen und rezensierten Bücher verschiedener Religionen. Ihre Erfahrungen und Reflexionen hielten sie in einem eigenen Buch fest.
  • Die Jury bewunderte das "hoch reflektierte Projekt", das in "vielen Fächern und Stufen" durchgeführt wurde. Gymnasium und Stadtteilschule freuten sich über einen zweiten Preis.
  • "Meine Wurzeln - meine Flügel" lautete das Motto der Oberschule an der Lehmhorster Straße in Bremen. Um mehr über ihre Wurzeln zu erfahren, erkundeten die Schüler ihren eigenen Stadtteil und legten einen dreidimensionalen Stadtplan an.
  • Den Flügeln und damit der Zukunft widmeten sich die Bremer anhand der Frage: "Wie können wir unser Zusammenleben friedlich gestalten?" Als Antwort entwarfen sie Modelle trialogischer Gebetshäuser.
  • "Der Enthusiasmus und die kreative Energie der Trialogiker aus Bremen haben die Jury ebenso überzeugt wie die konsequente Verankerung der Projektbausteine im Curriculum", urteilte die Jury und verlieh den dritten Preis an Bremen.
  • Die Erich Kästner Schule aus Baunatal begab sich in ihrem Trialog-Projekt auf Spurensuche nach dem Glück in den Religionen. Dazu wurden kulturelle Abende, trialogische Lesungen und Begegnungen mit Vertretern anderer Religionen organisiert.
  • Auch durch eigene Kunst näherten sich die Baunataler Schüler dem Trialog: So entwarfen sie Fenstermotive für Synagogen, Kirchen und Moscheen und schufen ein überdimensionales Mosaik der Religionen.
  • Die Jury war begeistert, "dass sich so viele unterschiedliche Fachbereiche, Schüler, Lehrer und Eltern an dem Projekt beteiligt haben". Die Baunataler Erich Kästner Schule durfte deshalb über den ersten Preis in Hessen jubeln.
  • "Mein Opa, meine Oma, meine Zukunft und ich" – so lautete der Projekttitel der Julius-Leber-Schule, Frankfurt. Insgesamt 15 Klassen beschäftigten sich mit Zuwanderungsgeschichte und einem respektvollen Umgang miteinander.
  • Treppenbänder mit Fragen, ein Willkommensbaum im Eingangsbereich, ein Schaukasten zur Geschichte einer Flüchtlingsmutter und viele andere Ergebnisse des Trialogs waren im Schulgebäude zu bewundern.
  • Die Jury lobte, dass "trotz der Hektik und Anonymität einer großstädtischen Berufsschule" an der Julius-Leber-Schule Frankfurt Raum für interkulturelles und interreligiöses Zusammenleben geschaffen wurde.
  • An der Max-Planck-Schule Rüsselsheim wurde viel gelesen. Im Mittelpunkt der Trialog-Arbeit stand nämlich das Buch. Schüler der Oberstufe lasen "Migrantenliteratur", Siebtklässler rezensierten Bücher zum Judentum.
  • Auch wurden Schüler selbst zu Autoren: Eine Gruppe verfasste Texte zum Thema „Heimat" in einer Schreibwerkstatt mit dem Schriftsteller Nevfel Cumart.
  • Die Jury lobte die stringente Trialog-Arbeit. Die Max-Planck-Schule habe die einzelnen Teilprojekte der verschiedenen Jahrgangsstufen gekonnt unter einem Thema zusammengefasst. Die Rüsselsheimer erhielten dafür den dritten Preis in Hessen.
  • Das Trialog-Projekt am Saarlouiser Gymnasium am Stadtgarten entwickelte sich im Laufe des Jahres zu einem großen Toleranzprojekt. Die Schüler untersuchten, wie ein besseres Zusammenleben von Kulturen und Religionen gelingen kann.
  • Gemeinsam mit dem Deutschen Nationalitätengymnasium Budapest schrieben die Saarlouiser ein Theaterstück auf Basis des  Buchs "Salziger Kaffee - Unerzählte Geschichten jüdischer Frauen" von Katalin Pécsi-Pollner und brachten es eindrucksvoll auf die Bühne.
  • "Die Schülerinnen und Schüler haben äußerst erfolgreich Hürden genommen und Hindernisse abgebaut: nicht nur zwischen Landesgrenzen, sondern auch in den Köpfen", lobte die Jury und verlieh Saarlouis den ersten Preis in Saarland und Rheinland-Pfalz.
  • In der Werkstatt: Die Carl-Benz-Schule BBS Koblenz plante und gestaltete in ihrem Trialog-Jahr einen "Raum der Stille". Dabei lernten die Schüler viel über die drei abrahamischen Religionen und ließen ihr Wissen in die Gestaltung des Raums einfließen.
  • Diskussionen über die Gestaltung der Neuen Synagoge in Koblenz griffen Schule und Schülern im Unterricht auf und organisierten eine Ausstellung mit Entwürfen.
  • Die Carl-Benz Schule hat sich durch ihr Engagement "zu einem begehrten Ansprechpartner für die interreligiöse Projektarbeit in der Region entwickelt", so das Urteil der Jury. Ein verdienter zweiter Preis!
  • Die Berufsbildenden Schule Germersheim nutzte den Wettbewerb an ihrer Außenstelle in Wörth, um einen trialogischen Garten zu gestalten. Entsprechend nannte sie ihr Projekt: "Essbare Gärten – dem Glauben mehr Geschmack abgewinnen".
  • Mit selbst gepflanzten Zutaten kochte die Schule einmal in der Woche für Bürger und Firmen aus der Nachbarschaft in Wörth. Zu Ostern, Pessach oder dem Zuckerfest tischten die Schüler besonders festliche Menüs auf.
  • "Die Schule hat es in einzigartiger Weise verstanden, die Neigungen und Fähigkeiten ihrer Schüler zu nutzen und im Rahmen des Projektes zu fördern." Die Jury verlieh für das besondere Engagement den dritten Preis an die BBS Germersheim/Wörth.
  • "Die Preisträger haben gezeigt, wie das Zusammenleben von Kulturen und Religionen in Deutschland gelingen kann", sagte Stiftungsvorstand Christof Eichert beim Festakt. "So stelle ich mir unsere Gesellschaft der Vielfalt vor!"