Herbert-Quandt-Stiftung

Gespräch deutscher und türkischer Lehrer 

Trialog der Kulturen

Eine Charge Mikrochips per Internet in Silicon Wadi bestellt, ein Telefonat mit dem kanadischen Zeitungskollegen in Istanbul geführt, ein Abschiedsfest in Travnik, das der junge Bosnier vor seinem ersten Arbeitstag in Deutschland feiert: Güter, Wissen und Menschen durchbrechen bestehende Grenzen, die räumliche Trennung unterschiedlicher Kulturen geht immer weiter zurück.

Eine hoch komplexe Welt, soziale, wirtschaftliche und politische Herausforderungen verunsichern viele Menschen. Sie werfen die Frage nach Sinn und Zweck des eigenen Daseins und der eigenen Identität auf. Beantwortet wird sie wieder häufiger mit religiösen und kulturellen Selbstvergewisserungen. Dies hat nicht selten zur Folge, dass das Fremde als Gegensatz oder gar Bedrohung begriffen wird.

Religiöse und kulturelle Differenzen müssen aber nicht in Konflikte münden. Sie können auch als Bereicherung wahrgenommen werden. Das bereits 1996 etablierte Themenfeld „Trialog der Kulturen“ der Herbert Quandt-Stiftung setzt daher auf das Verständigungspotenzial der drei abrahamischen Weltreligionen und Kulturen. Der Begriff des „Trialogs“ verdeutlicht, dass sich das von der Stiftung unterstützte interkulturelle Gespräch auf die drei großen monotheistischen Religionen bezieht: das Judentum, das Christentum und den Islam. In ihnen wurzelt – neben der Aufklärung – die europäische Identität. Soll der Trialog erfolgreich sein, darf er sich aber nicht auf den Austausch von Höflichkeiten beschränken. Unterschiede sollten als solche benannt werden. Gleichzeitig gilt es, das Gemeinsame zu suchen und das Eigene zu bewahren.

Daher initiiert und begleitet die Stiftung konkrete Projekte in den Bereichen Bildung, Medien und Sakralbauten, die stark praxisorientiert sind: Schüler, die in Wettbewerben Verständnis für die Glaubensüberzeugung ihrer Klassenkameraden entwickeln. Junge israelische und palästinensische Medienmacher, die mit einem Trialog-Stipendium nach Deutschland kommen. Deutsche Nachwuchsjournalisten, die ein halbes Jahr im Heiligen Land lernen und schreiben. Wissenschaftliche Handreichungen, die aufzeigen, wie mögliche Moscheebaukonflikte verhindert werden können. So verschieden die Ansätze der einzelnen Projekte sind, eines ist ihnen gemein: Sie vermitteln ein vertieftes Wissens über die unterschiedlichen Kulturen und schaffen Verständnis füreinander. Auf diese Weise will die Herbert Quandt-Stiftung einen substantiellen Beitrag zur Integration und zu einem friedlichen Miteinander der Kulturen leisten.

 

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